Protein (Eiweiss) ist neben Wasser Hauptbestandteil des menschlichen Körpers ist (Muskulatur, Enzyme, Hormone, Haut, Haare etc.), kann jedoch nicht gespeichert werden. Protein muss also ständig mit der Nahrung aufgenommen werden und ist die Basis für Fitness und sportlichen Erfolg.
Proteine (= Eiweiße) bestehen aus zahlreichen
Aminosäuren, die nach dem
Peptidprinzip miteinander zu einer langen Kette verknüpft sind. Oft sind Hunderte oder Tausende von Aminosäuren in einem Protein miteinander verknüpft. Sie werden über die Nahrung aufgenommen und im Magen – Darm – Trakt in kleinere Ketten, so genannte Aminosäuren – Zweier-, oder Aminosäuren Dreier – Ketten, zerlegt. Diese kleineren Aminosäureketten gelangen über spezielle Transportsysteme ins Blut und stehen so auch zum Aufbau von Körperproteinen (z. B. Muskulatur) zur Verfügung stehen.
Der Name Protein wurde 1839 von Geradus Johannes Mulder vom griechischen Wort protos ('erstes, wichtigstes') oder proteuo ('ich nehme den ersten Platz ein') abgeleitet, um dadurch die Bedeutung der Proteine für das Leben zu unterstreichen.
Protein ist also ein Nährstoff, der aus einer Kette von Aminosäuren besteht. Insgesamt gibt es 22 verschiedene Aminosäuren, von denen acht essentiell sind, das heißt, dass sie vom Körper nicht selbst (oder nur in sehr geringer Menge) hergestellt werden können und daher mit der Nahrung aufgenommen werden müssen.
Essentielle Aminosäuren sind Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Deshalb sollten sie dem Organismus mit der Nahrung oder mittels Nahrungsergänzungen zugeführt werden. Ein dauerhafter Mangel an essentiellen Aminosäuren oder ihr Fehlen kann den Stoffwechsel beeinträchtigen.
Freie Aminosäuren sind Aminosäuren, die nicht als Kombination mehrerer Aminosäuren (Peptide), sondern einzeln vorkommen. Will man gezielt den Stoffwechsel unterstützen, so kann man freie Aminosäuren zu sich nehmen, da diese in der Regel relativ leicht vom Körper aufgenommen werden.
Nicht essentielle Aminosäuren gehören zu den Aminosäuren, die der menschliche Körper mit Hilfe von Zucker und anderen in der Nahrung enthaltenen Stoffen selbst in ausreichender Menge herstellen kann.
Zu den
semi-essentiellen Aminosäuren zählt man die Aminosäuren, bei denen die körpereigene Herstellung in Belastungssituationen wie z.B. Training oder Stress oft nicht vollständig ausreicht. Dann können sie dem Organismus gezielt mit der Nahrung oder mittels Nahrungsergänzungen zugeführt werden.
Wissenschaftlich erwiesen ist, dass die Aufnahme von Proteinen beim Sportler vor seinem Training den muskelabbauenden Stoffwechsel reduzieren kann.
Menschen, die hohe Dosen an Proteinen konsumieren müssen darüber hinaus wissen, dass Proteine generell die Ausscheidung von Calcium und Phosphaten über den Urin bewirken, so dass diese Stoffe dann ebenfalls von außen zugeführt werden sollten. Dies ist besonders für Bodybuilder wichtig, die auf Proteine zur Förderung des Muskelaufbaus zurückgreifen, um einer dadurch unter Umständen entstehenden verminderten Knochendichte entgegen zu wirken.
Proteine sind neben den Kohlehydraten und den Fetten als Energielieferanten für den Körper lebenswichtig. Denn werden nicht genug KHs oder Fette aufgenommen, werden die Proteine zweckentfremdet und auch als Energieträger verbrannt. Das kann sich dann bei einer Diät als Muskelabbau bemerkbar machen. Wird mehr Protein aufgenommen, als für den Aufbau notwendig, wird es umgewandelt und im Körperfett-Depot gespeichert.
Man spricht von einer positiven Stickstoffbilanz, wenn die Aufnahme von Proteinen größer als ihr Verbrauch ist (anaboler Zustand/Aufbau). Umgekehrt spricht man von einer negativen Stickstoffbilanz, wenn die Proteinaufnahme geringer als der Verbrauch des Körpers ist (kataboler Zustand/Abbau). Im katabolen Zustand baut der Körper seine Muskulatur ab, man spricht dann von Proteinkatabolismus.
Proteinbedarf eines Nichtsportlers
"Der Nichtsportler benötigt zur Aufrechterhaltung seiner vollen körperlichen Leistungsfähigkeit mind. 0,8g EW pro kg Körpergewicht pro Tag. Für den Aufbau und die Erhaltung zusätzlicher Muskelmasse ist diese Menge jedoch zu gering."
Wie sieht nun der Eiweissbedarf eines Kraftsportlers aus?
"Die Proteinempfehlungen für Kraftsportler lagen vor zehn Jahren noch bei bis zu 4 g pro kg Körpergewicht. Aufgrund aktueller theoretischer Berechnungen und experimenteller Befunde reduzierten die meisten Autoren ihre Empfehlungen auf Werte unter 2 g pro kg Kör-pergewicht. Aber immer noch ist der Glaube weitverbreitet, nur mit viel Protein könne Muskelmasse schnell aufgebaut werden. Überschüssiges Protein wird energetisch verstoffwechselt. Im Unterschied zu Kohlenhydraten und Fett, die rückstandslos zu Wasser und Kohlendioxid abgebaut werden, muß die Aminogruppe der Aminosäuren als Harnstoff entgiftet und via Urin ausgeschieden werden. Experimentelle Befunde zeigen, daß Bodybuilder täglich mehr als die doppelte Menge an Harnstoff ausscheiden als eine Vergleichsgruppe. Die tägliche Urinmenge beträgt jedoch nur das 1 1/4fache. Daraus resultiert eine stärkere Belastung der Nieren. Ein Zusammenhang zwischen Mehrbelastung und Nierenschädigung wird diskutiert."
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.
Konopka (1998, Tabelle 32) empfielt 1,5-3,2 gr für Kraftsportarten:
"Obwohl in der Literatur noch höhere Angaben von bis zu 4g Protein pro kg Körpergewicht zu finden sind, reichen aber Werte um 2,0g pro kg Körpergewicht herum auch für den Aufbau und Erhalt großer Muskelmassen aus (vgl. Hamm 1996, 122). Die durchschnittliche tägliche Proteinzufuhr beträgt ca. 1,5g Protein / kg Körpergewicht und deckt bereits einen hohen Anteil der täglich benötigten Proteinmenge (ebenda)."
Die Wahl der Protein-Quelle ist allerdings nicht ganz unwichtig. Mit hohem Fleischkonsum geht in den meisten Fällen auch hoher Fettkonsum einher (Schweinefleisch, Hühnerfleisch mit Haut, Gehacktes, Wurst...). Außerdem ist hoher Fleischkonsum (aber auch Fisch, Hülsenfrüchte und Innereien) mit Purinen bzw. Harnsäureanstieg im Blut assoziiert, der wiederum zu Gicht führen kann. Mit Proteinkonzentraten, sie sind fast fettlos und völlig purinfrei, geht man dieser Gefahr aus dem Weg. Die Harnsäure-Ausscheidung kann man mit viel trinken unterstützen.
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