Häufig wird der Trainingsanfänger, der beginnt sich für die theoretischen Grundlagen seines Tuns zu interessieren, mit einer Fülle von Fremdwörtern konfrontiert, die sich gerade der Nichtlateiner nicht ohne weiteres herleiten kann. Daher liefert das nachfolgende
Glossar ausführlichere Erklärungen zu immer wiederkehrenden grundlegenden Fremdwörtern und sonstigen Fachtermini:
Bildquelle: http://www.medizinfo.de/ruecken/images/agonist.jpg
Der Muskel, welcher gerade gebeugt wird, ist der Agonist (Spieler). Der Gegenspieler, der dabei gestreckt wird, ist der Antagonist.
Agonisten und Antagonisten haben also zueinander eine entgegengesetzte Wirkung. Synergisten dagegen haben eine gleiche oder ähnliche Wirkung und arbeiten deshalb bei vielen Bewegungsabläufen zusammen.
Agonist (Hauptmuskel) Der stärkstbeteiligte Muskel bei einer Bewegung.
Synergist (Mitspieler) Muskeln welche dem Agonisten helfen.
Antagonist (Gegenspieler) Muskeln welche die Gegenbewegung einleiten.
Beispiel Kniebeuge: Muskeln der Oberschenkelvorderseite und der Oberschenkelrückseite stabilisierten gemeinsam (synergistisch) das Kniegelenk.
Mutter Natur hat allerdings auch für den Notfall vorgesorgt: Fällt einmal der Agonist für eine Gelenksbewegung aus (z.B. durch eine Nervenläsion), dann können die Muskeln, die ansonsten Synergisten bei der Bewegung sind, das Gelenk immer noch bewegen, wenn auch bei weitem nicht so stark.
Beispiel: Wenn der Nerv musculocutaneus ausfällt, dann kann man nicht mehr den Biceps brachii und den Brachiales benutzen, da diese Muskeln von ihm innerviert werden. Somit wäre eine Flexion im Ellenbogengelenk durch diese Muskeln nicht mehr möglich!. Zum Glück war Mutter Natur aber schlauer und hat die Handgelenksbeuger/-strecker und Fingerbeuger einen Ursprung am Oberarm mitgegeben, so daß sie auch nebst Handgelenk/Fingergelenke das Ellenbogengelenk mitbewegen. Somit ist immer noch eine Flexion im Ellenbogengelenk möglich, wenn auch wie oben gesagt, weniger stark möglich!
Abduktion: lat. abducere, abductum (wegführen)
Seitwärtsbewegung (Wegführen) eines Körperteiles. Abspreizen beweglicher Körperteile, besonders von Gliedmaßen.
Ein abduzierter Arm ist also ein abgespreizter Arm. Ein Abduktor ist ein Strecker.
Abduktoren sind Muskeln, die Gliedmaßen von der Körpermitte nach außen führen
Adduktion: lat. adducere (heranführen, anziehen)
Bewegungen zur Körpermitte (Mittelstellung) hin. Das Anziehen, Anlegen von Gliedmaßen, beweglicher Körperteile an den Körper. Ein Adduktor ist also ein Beuger.
Adduktoren sind Muskeln zum heranführen bzw. anziehen der Gliedmaßen an den Körper
Eselsbrücke zu Adduktion von
killabee:
add = addieren (zusammenzählen), addu = zusammen. Am besten bei der transAddu zu merken, da Arme vorne zusammen.
Flexion: Beugung eines Gelenkes durch Muskelkraft
Bizeps-Curls: Flexoren (Beuger) knicken den Arm ein. Dessen Antagonisten sind die Extensoren (Strecker).
Extension: Aus der Beugung in die Streckstellung
Retroversion: Da hat Semchem eine schöne Brücke gebaut:
Retro: alt
Retrostyle: "Back to the roots"
Back: nach hinten
=> Arme nach hinten führen.
Die
Anteversion ist dann das Gegenteil davon. Also eine Bewegung nach vorn. Nachvorneheben des Armes.
Der Arm besteht aus dem Oberarmknochen (med.
Humerus), den beiden Unterarmknochen: Elle (med.
Ulna) und Speiche (med.
Radius) sowie der Hand (med.
Manus), sowie den Muskeln, Sehnen, Bändern und Nerven zur Ermöglichung derer Bewegung.
ulnar: Die Elle (Knochen des Unterarmes) betreffend
ulnar bedeutet kleinfingerwärts
Pronation (von lat. pronare = ausgießen) bezeichnet die Bewegung des Radius (und ihm folgend der Hand), durch die die Daumenseite nach medial gedreht wird, wobei nach Abschluß der Bewegung in der Pronationsstellung der Radius die Ulna überkreuzt. - Einwärtsdrehung von Hand und Fuß.
Supination (von lat. supinare = nach oben drehen [hier: die Handinnenfläche] ) ist die gegengerichtete Bewegung, die Drehung des Daumens nach lateral, die in der Supinationsstellung mit parallel stehenden Unterarmknochen endet. - Auswärtsdrehung von Hand und Fuß (Daumen nach außen)
Bildquelle: http://www.physiopaed.de/nnpics/egrot.jpg
Eselsbrücke gefällig?
Supination = Auswärtsdrehung (wie beim „
Suppe löffeln“). Hand zum Suppenteller drehen, "Suppe halten"
Pronation = Einwärtsdrehung (wie beim „
Prot schneiden“)
Hier Supination und Pronation für Läufer, also in Bezug auf die Füße.
Elevation: Erhöhung, Auf- Emporheben
Innenrotation: Einwärtsdrehung einer Gliedmaße um ihre Längsachse
Außenrotation: Auswärtsdrehung einer Gliedmaße um ihre Längsachse
Lateralflexion: Seitwärtsbeugung Beugebewegung der Wirbelsäule
Zirkumduktion: Armkreiseln
Kontraktion: Anspannen oder zusammenziehen eines Muskels.
Relaxation: Das Gegenteil von Kontraktion. Also das Entspannen oder auch Erschlaffen des Muskels.
Isometrisch: Iso bedeutet gleich, metrisch bedeutet Länge (Muskellänge bleibt gleich). Der Muskel wird ohne sichtbare Verkürzung oder Verlängerung angespannt. Spannungsänderung des Muskels bei gleichbleibender Muskelfaserlänge. Beispiel: Bierkrugstemmen
Isoton: Der Muskel wird mit sichtbarer Verkürzung oder Verlängerung angespannt. Das ist bei allen Bewegungen der Fall.
Isoton konzentrisch: Der Muskel verkürzt sich gegen einen Widerstand, zum Beispiel beim Heben einer Last.
Isoton exzentrisch: Der Muskel gibt einer äusseren Kraft langsam nach und wird dabei länger, zum Beispiel beim Bremsen, wenn eine Last abgelegt wird.
Intramuskuläre Koordination: Bezeichnet das Zusammenspiel der einzelnen Muskelfasern (angesteuert über motorische Einheiten) eines Muskel
Bildquelle: http://www.sportunterricht.de/lksport/intramus.gif
Intermuskuläre Koordination: Bezeichnet das räumliche und zeitliche Zusammenspiel mindestens zweier Muskeln
konzentrisch: Muskelkontraktion bei der sich Muskelansatz und Muskelursprung annähren (Muskelverkürzung)
Atrophie: Muskelschwund
Hypertrophie: Muskelzuwachs
RBE: Repeated Bout Effect: Wiederholter gleicher Trainingsreiz / Anpassung an Belastung.
Wiederholt man ein Training mit den selben Parametern (Gewicht, Volumen, Kadenz, ...) wie im Training zuvor, dann wird es weniger Adaption zur Folge haben. Der Grund dafür ist darin zu suchen, dass der Körper auf einen Trainingsreiz reagiert und adaptiert, um in der Zukunft für diese Belastung gewappnet zu sein. Erfolgt nach der Adaption der gleiche Trainingsreiz, ist keine Anpassung im selben Maße mehr notwendig. So wird ein fortwährend gleicher Trainingsreiz letztlich zu Stagnation führen. Um dies zu verhindern, ist es notwendig, immer wieder neue
Trainingsreize zu setzen.
GK: Ganzkörper - Training
Makrozyclus: Gesamtzyclus, gesamter Zeitraum
Mikrozyclus: Teil des Macrozyclus mit einer bestimmten Wiederholungszahl.
SD:
Strategische Dekonditionierung
TE: Trainingseinheit
Inkrement: Gewichtseinheit um die das Trainingsgewicht erhöht wird
WH, Wdh: Wiederholung
RM: Repition Maximum, Maximalgewicht
1RM: Maximales Gewicht mit dem man eine Wiederholung ausführen kann.
5RM: Maximales Gewicht mit dem man fünf Wiederholungen ausführen kann.
Zig-Zag: Überschneidung der Gewichte beim klassischen HST von Mikrozyclus zu Mikrozyclus
=> weitere Ausführungen
lateral: lat., zu latus, lateris (Seite), seitlich gelegen
Seitlich, von der Mittelachse abgewandt, von der Körpermitte weg
Lateral ist also die Bezeichnung für eine Bewegung, die von der Mitte weg gerichtet ist oder für eine Bewegung, die seitwärts verläuft.
Beispiel: seitlich gelegener Oberschenkelmuskel (m. vastus lateralis)
medial: lat. in der Mitte. Zur Mitte hin gerichtet
radial: Den Radius (Speiche: Knochen am Unterarm) betreffend (daumenwärts drehend)
Distal: Medizinisch für: vom Körper weiter entferntes Ende.
Das distale Ende des Oberschenkelknochens liegt am Knie, das distale Ende des Oberarmknochens liegt an der Ellenbeuge.
Proximal ist eine Richtungsbezeichnung für eine zum Rumpf gerichtete Bewegung
Dorsal: lat. dorsum (Rücken)
Die Rückseite eines Körpers oder Körperteiles betreffend, zum Rücken hin liegend. Gegenteil: ventral.
Ventral: Medizinisch: "zum Bauch gehörend" oder " auf der Bauchseite".
Cranial: kopfwärts
Superior: der obere
Inferior: der untere
Posterior: Lagebezeichnung im Körper: hinten, weiter hinten, der hintere
Gegenteil von anterior.
Anterior: Anatomische Richtungsbezeichnung für vorn, der Vordere, davor gelegene Muskel
Beispiel: anteriorer Anteil des Deltamuskels; anterio-posteriore Bewegung = Bewegung vor und zurück
Cervical: zum Hals gehörend
Thoracal: zum Brustkorb gehörend
Lumbal: zur Lende gehörend
Sacral: zum Kreuzbein gehörend
Coccygeal: zum Steißbein gehörend
Die
Rotatorenmanschette besteht im wesentlichen aus fünf vom Schulterblatt ausgehenden, zusammenhängenden Sehnen und Muskeln. Um der Schulter ihre enorme Beweglichkeit zu geben, ist das Zusammenspiel verschiedener Muskeln des Schultergürtels nötig.
Hier stehen die Bewegungen zu den Muskeln.
Maximalkraft: Maximal willkürliche Muskelanspannung.Wird auch als einmalige 100%-Leistung bei einer speziellen Muskelübung bezeichnet Beispiel: maximale Bankdruckleistung
Muskuläre Dysbalancen: Muskuläres Ungleichgewicht das verschiedene Ursachen haben kann, Beispiele:
* zu einseitiges Training
* zu langes Sitzen
* Nichtgebrauch eines oder mehrerer Muskeln
* Überbeanspruchung eines oder mehrerer Muskeln
* entsteht immer in Zusammenwirkung von Muskel - Nervensystem - Psyche
Beispiel: Trainiert man Übungen wie folgt: Bankdrücken, B-Curls, Trizeps, Bauch, Beine. (Ok, so trainiert keiner von uns, ist ja nur ein Beispiel.) Trainiert also einer so, fehlen die Rückenübungen. Dann hat er gute Chancen für muskuläre Dysbalancen: Hier sind nur die vorderen Deltas, die Brust, der Bauch, Arme und Beine trainiert. Übertrieben gesagt, zieht es einen vorne zusammen, die Schultern fallen nach vorne. - Gibts nicht? Diese Haltung kann man sogar im Studio beobachten! Schaut mal, wie (was) diese Leute trainieren.
Was man dagegen tun kann? Am besten auf der selben Bewegungsebene die Gegenbewegung trainieren. (Beispiel Bankdrücken/Bankziehen90° etc.)
Bewegungen im Schultergelenk
* Die Bewegung um eine sagittale Achse ermöglicht das Heranziehen des Arms von der Seite zum Körper und wird als Adduktion, jene seitlich vom Körper weg als Abduktion bezeichnet, wobei die Grenze letzterer Bewegung bei 90 ° erreicht und danach das weitere Heben des Arms zu dessen Elevation wird. Die entsprechenden Muskelgruppen werden Adduktoren, Abduktoren und Elevatoren genannt.
* Als Anteversion wird das Heben des Arms um eine frontale Achse nach vorne, als Retroversion die entgegengesetzte Bewegung nach hinten bezeichnet.
* Innen- und Außenrotation (Drehung nach innen bzw. außen) im Schultergelenk dienen der Unterstützung der Supination und Pronation im Unterarmbereich.
Bewegungen im Ellbogengelenk und Unterarm
Die Beugung, Streckung im Ellbogengelenk werden durch die Beuger und Strecker als entsprechenden Muskelgruppen ermöglicht. Aber auch die Wendebewegungen (Pronation und Supination) des Unterarms werden erst durch die Rotationsbewegung des Radiusköpfchens im Ellbogengelenk ermöglicht.
Bewegungen im Handgelenk
Als Bewegungen im Handgelenk sind die Dorsalflexion und Palmarflexion sowie die Ulnar- und Radialabduktion zu nennen.
Dorsalextension / Palmarflexion:
Bildquelle: http://www.physiopaed.de/nnpics/palmflex.jpg
Ulnarabduktion / Radialabduktion
Bildquelle: http://www.physiopaed.de/nnpics/palmduct.jpg
Bewegungen der Fingergelenke
Adduktion und Abduktion aller Finger sowie Opposition und Apposition nur des Daumens.
Quelle
Hier ein Überblick über Bewegungsmöglichkeiten des Körpers.
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